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Die Enttechnisierung der Zukunft – Interview mit Prof. Dr. Timo Leukefeld

Foto: Stefan Mays

Prof. Dipl.-Ing. Timo Leukefeld hat das Energiekonzept des Autarkie-Mehrfamilienhauses in Ehingen geplant. Im Interview erläutert er, inwiefern das Gebäude Zukunftstrends im Wohnungsbau widerspiegelt, warum Infrarotheizungen wieder im Kommen sind und wie Solarenergie eine Pauschalmiete mit Energieflat ermöglicht.

Als Energieexperte und Zukunftsforscher beschäftigen Sie sich seit etwa 30 Jahren intensiv mit einer zukunftsfähigen Energieversorgung und Wohnbaukonzepten, die den Herausforderungen der Zeit, zum Beispiel durch den Klimawandel, gerecht werden. Welche gravierenden Veränderungen stehen Ihrer Meinung nach im Wohnungsbau an?


Timo Leukefeld: Die Gebäudehüllen von Neubauten werden immer besser, der Klimawandel bringt tendenziell mildere Winter und deutlich heißere Sommer. Dadurch verliert das Heizen an Bedeutung, während das Kühlen immer wichtiger wird. Wir sollten also weniger in die Heizung investieren und stattdessen beispielsweise mehr in die Gebäudemasse. Eine dickere Dämmung kann nicht mehr das Ziel sein.
Klar ist, dass neue Gebäude im Betrieb künftig CO2-frei sein müssen und dass sie sich größtenteils selbst mit Wärme, Strom und E-Mobilität aus der Sonne versorgen sollen. Das hat zur Folge, dass sich die Gestaltung von Gebäuden immer stärker an dem Zweck der Energiegewinnung ausrichten wird. Das Bild wird von Solarflächen auf und an Gebäuden geprägt sein.
Wer unverschattete Dach- und Fassadenflächen hat, die sich für die Erzeugung von Solarenergie eignen, wird künftig bezahlbare Energie haben. Wir merken deutlich, dass der Kampf um die Dachflächen begonnen hat.

Die Grundstücks- und Baukosten explodieren im Moment. Auch die sogenannte Zins-Angst und Handwerkermangel sowie steigende Handwerkerkosten tragen dazu bei, dass Neubauten stagnieren. Inwiefern kann Ihr Energiekonzept mit Photovoltaik, Speicher und Infrarotheizung es erleichtern, sich den Traum von Eigenheim zu verwirklichen?


Wegen des dramatischen Handwerkermangels rechnen wir in spätestens zehn Jahren mit Preisen von 250 Euro pro Stunde eines Rohrverlegers. Wenn wir viel Haustechnik einbauen und kaum noch Handwerker haben, explodieren die Instandhaltungskosten. Da die Heizung sowieso an Bedeutung verliert, müssen wir enttechnisieren: das heißt, weniger Technik, einfachere Technik und langlebigere Technik. Da kommt man schnell weg von aufwändigen teuren Rohrheizungssystemen.
Eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung, zentraler Warmwasserbereitung und allem Zubehör kostet für ein neues Einfamilienhaus fertig montiert inklusive MwSt. rund 40.000 Euro. Installiert man stattdessen eine hocheffiziente Infrarotheizung mit dezentraler elektrischer Warmwasserbereitung, so liegt man bei rund 12.000 Euro bei aktuellen Preisen. Für die Einsparung investiert man in eine große Solarstromanlage und einen Stromspeicher. Plötzlich hat der Bauherr für das gleiche Geld eine wartungsfreie Heizung mit 30 Jahren Lebensdauer und 50 bis 70 Prozent jährlicher Energieeinsparung bei Heizung, Warmwasser, Haushaltsstrom und E-Auto fahren. Das ist unschlagbar.

Auch Mieterinnen und Mieter haben durch die aktuelle Entwicklung das Nachsehen. Wohnraum wird knapper, Mietpreise steigen. Sie haben deshalb ein Energiekonzept entwickelt, das eine Pauschalmiete mit Energieflat für Strom, Wärme und Mobilität ermöglicht. Bitte erklären Sie uns, was sich dahinter verbirgt. Unsere hochgradig energieautarken und sehr sparsamen Mehrfamilienhäuser sind in der Regel von März bis Oktober zu 100 Prozent energieautark. In den anderen Monaten wird etwas Ökostrom zugekauft. So ergeben sich je nach Projekt zwischen 40 und 80 Euro Restenergiekosten pro Monat und Wohneinheit für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom. Da lohnt keinerlei aufwändiger Abrechnungsdienst mehr. 

Deswegen haben wir die Pauschalmiete mit Energieflat entwickelt, die der Mieter für mehrere Jahre garantiert bekommt. Da sind alle Kosten für Wohnen, Wärme, Strom und zukünftig noch das Betanken des E-Autos enthalten. Das gibt den Mietern eine hohe Sicherheit und spart sehr viel Abrechnungsaufwand und Rechtsstreitigkeiten wegen falscher Betriebskostenabrechnungen ein.

Im Moment sind Wärmepumpen im Trend, auch in Kombination mit Photovoltaik. Warum setzen Sie auf hocheffiziente Infrarotheizungen?

Vor allem wegen der zu hohen Investitionskosten der Haustechnik, der einfacheren Installation, der Langlebigkeit, der schnellen Regelbarkeit und dem Wohlfühleffekt, der sich mit einer Strahlungsheizung einstellt, aber auch wegen des Handwerkermangels. Wie oben schon erwähnt, kann eine Arbeitsstunde eines Rohrverlegers in zehn Jahren durchaus 250 Euro kosten. Deswegen setzen wir auf wartungsfreie hocheffiziente Infrarotheizungen mit 30 Jahren Lebensdauer, monolithischer Bauweise mit viel Speichermasse und einem dezentralen Autarkie-Boiler. Eine komplette hocheffiziente Infrarotheizung kostet im Einfamilienhaus nur ein Drittel einer kompletten Wärmepumpenheizung, im Mehrfamilienhaus nur etwa 50 Prozent. Sie ist also viel wirtschaftlicher, vor allem in Verbindung mit Solarstrom und Speicher.


Was begeistert Sie an dem Bauvorhaben der Firma Rössler Wohnbau?

Das Bau- und Energiekonzept begeistert mich aus den oben genannten Gründen. Aber mich begeistert auch die Firma selbst. Ich habe mit der Familie Rössler sehr engagierte Unternehmer kennengelernt, die nicht nur ein Gespür für Zukunftstrends haben, sondern auch den Mut und den Willen, sinnvolle innovative Konzepte umzusetzen. Ich brauchte Markus Rössler zum Beispiel nicht von der Sinnhaftigkeit unseres Autarkie-Konzeptes zu überzeugen, weil er schon gut informiert und von dem Dreier-Gespann Photovoltaik, Energiespeicher und Infrarotheizung überzeugt war.

 

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